WIE GEMEINDEN GEMEINDEN GRÜNDEN

Dies ist Teil eins von drei einer Serie von Blogartikeln über Gemeindegründung.

Gemeindegründungen starten gewöhnlich damit, dass ein Leiter ein Kernteam um sich sammelt und mit den Teammitgliedern einen Teamprozess geht. Hier wird das Leitbild mit Vision, Auftrag, Werten und einer Strategie erarbeitet. Und das Team lernt sich kennen mit ihren Stärken und Herausforderungen. Nach einigen Monaten gibt es einen Launch mit einem ersten Gottesdienst. Später werden dann weitere Schritte integriert-Kleingruppen starten, verschiedene Bereiche und Angebote werden aufgebaut und die Gemeindegründung engagiert sich mit Projekten in ihrer Stadt oder ihrem Umfeld.

Dieser Weg hat sich in unterschiedlichsten Ländern, Kulturen und Settings bewährt und hat dazu geführt, dass neue, lebendige und wachsende Gemeinden entstehen.

Gleichzeitig bewegen uns einige Fragen, die möglicherweise schon mit dem Beginn einer Gemeindegründung in Zusammenhang stehen:

  • Warum gründen so wenige Gemeindegründungen wieder Gemeinde? Wie können wir Gemeinden gründen, in deren DNA von Beginn an das konstante Gründen neuer Gemeinden fest verankert ist?

 

  • Wie ist es Paulus gelungen, innerhalb von so kurzer Zeit in verschiedenen Kulturen und Ländern Gemeinden zu gründen, von denen er schreibt: „von eurer Gemeinde aus hat sich die Botschaft des Herrn in ganz Mazedonien und Achaia verbreitet, und nicht nur dort: Es gibt inzwischen kaum noch einen Ort, wo man nicht von eurem Glauben an Gott gehört hätte.“ (1.Thess.1,8) Was können wir von Paulus lernen?

 

  • Wie können wir die Praxis der Multiplikation nicht nur auf der Ebene leben, dass Menschen andere zu Jüngern machen, die wiederum Jünger machen? Denn Multiplikation ist noch nicht am Ziel, wenn wir Jünger multiplizieren. Unser Traum ist es, dass Gemeinden neue Gemeinden gründen und so Multiplikation auch auf der Ebene von Gemeinde passiert.

 

Über diese Fragen wollen wir gemeinsam nachdenken.

Gemeindegründung im Neuen Testament

Innerhalb von weniger als 20 Jahren hat es Paulus geschafft, überall im Römischen Reich Gemeinden zu gründen. Im Römer 15,19 schreibt er:

 

„Auf diese Weise ist es mir möglich gewesen, von Jerusalem aus in dem ganzen Gebiet bis hin nach Illyrien meinen Auftrag zu erfüllen und das Evangelium von Christus bekannt zu machen.“

 

Über Kleinasien (heutige Türkei), Griechenland, den Balkan (früher Illyrien) und Italien hat es Paulus möglicherweise bis nach Spanien geschafft (Rö.15,28), das Evangelium zu verbreiten und Gemeinden zu gründen. Wie konnte er das in solch kurzer Zeit in einem so riesigen Gebiet und auf so nachhaltige Weise schaffen?

 

Die Art Gemeinden, die Paulus gründete, sind Hauskirchen. Von Beginn an spielten kleine Gruppen in Privathäusern die entscheidende Rolle im Leben und Wachstum der frühen Kirche. Die erste Gemeinde in Jerusalem traf sich täglich in den Häusern (Apg. 2,46). Hauskirchen waren auch die Basis für den Beginn der Gemeinde in Antiochia, von welcher aus Paulus später ausgesendet wurde. Wenn wir die Briefe lesen, die Paulus an die Gemeinden schrieb, vergessen wir oft den Kontext der ersten Christen-Paulus schreibt an Hauskirchen:

 

„Grüßt Priska und Aquila, meine Mitarbeiter im Dienst für Jesus Christus. Dieses Ehepaar hat sein Leben aufs Spiel gesetzt, um mir das Leben zu retten, und nicht nur ich bin ihnen dankbar, sondern auch alle nichtjüdischen Gemeinden. Grüßt auch die Gemeinde, die in ihrem Haus zusammenkommt.“ (Römer 16,3-5)

 

Offenbar bestand die Gemeinde in Rom aus mehreren Hauskirchen. Die Grußliste in Römer 16,3-16 legt nahe, dass Paulus Grüße an die jeweiligen Leiter der bis zu 15 Gruppen schickte.

 

„Die Gemeinden der Provinz Asien lassen euch grüßen. Besonders herzliche Grüße senden euch Aquila und Priska, die durch den Herrn mit euch verbunden sind, sowie die Gemeinde, die in ihrem Haus zusammenkommt.“ (1.Korinther 16,19)

 

Von Aquila und Priska lesen wir an verschiedenen Orten. Wahrscheinlich war es ihre Verantwortung im Team von Paulus, die jungen Gemeinden nach der ersten Phase der Gründung zu stabilisieren und Hauskirchen zu etablieren.

 

„Grüßt die Geschwister in Laodizea, besonders Nympha und die Gemeinde, die in ihrem Haus zusammenkommt.“ (Kolosser 4,15)

 

Paulus schrieb diesen Text an die Gemeinde in Kolossä, die er selbst nicht gegründet hatte. Diese bestand aus verschiedenen Hauskirchen (Phm.2) und hatte ihrerseits wiederum Gemeinde (Hauskirche) in Laodizea gegründet.

 

Wenn Paulus also an Gemeinden schrieb, dann einerseits an DIE Gemeinde an einem Ort, gleichzeitig aber auch an verschiedene Hauskirchen, die in einem lokalen oder regionalen Netzwerk miteinander verbunden waren.

 

Paulus‘ Strategie war es, einfache Hauskirchen zu gründen, in die er von Beginn an die DNA von Jüngerschaft und Multiplikation hineinlegte. Innerhalb einer sehr kurzen Zeit übergab er die Gruppe dann an einen lokalen Leiter bzw. ließ jemanden aus seinem Team zurück. Schon kurze Zeit später hatten sich neue Gruppen gebildet, an die Paulus Briefe schrieb, um das Gemeindeleben (Leiterschaft, Gottesdienste, Abendmahl usw.) zu regeln. Paulus glaubte daran, durch Jüngerschaft Leiter freizusetzen. Anschließend zog er weiter.

Fragen

Warum ist das Gründen von neuen Gemeinden aus deiner Sicht so wichtig?

Was würdest du jemandem antworten, der dir sagt, dass es doch wichtiger ist, erstmal in die bestehenden Gemeinden zu investieren, damit diese wachsen?

Welche Prinzipien für Gemeindegründung kannst du von Paulus und aus dem Neuen Testament lernen?

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