WAS INTERKULTURELLE GEMEINDE WIRKLICH BEDEUTET

In der Offenbarung lesen wir davon, dass am Ende dieser Welt „eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen“ vor dem Thron Gottes stehen wird (Off.7,9-10). Paulus beschreibt Gott als einen Gott der Vielfalt (Eph. 3,10), der den Zaun zwischen Juden und Heiden abgerochen hat (Eph.2,12-17). Jesus selbst gibt uns den Auftrag, zu allen Völkern zu gehen (Mt. 28,18-20). Die erste Gemeinde in Jerusalem besteht aus Menschen ganz unterschiedlicher Kultur, Hautfarbe und Prägung (Apg. 2,8-10) und zeigt damit, dass Gott alle Völker im Blick hat und sein Evangelium weit über das Volk Israel hinaus für alle Menschen öffnet.

Ich lese das und frage mich, wie wir das übersehen konnten, so dass die meisten Gemeinden in Deutschland monokulturell sind und Menschen aus anderen Ländern kaum oder überhaupt nicht erreichen.

Warum wir interkulturelle Gemeinden brauchen

Aktuell haben ein Drittel aller Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund, bei den unter 5-järigen sind es bereits knapp 50%. In einigen deutschen Großstädten liegt die Zahl schon bei ca. 70%. Es ist unsere Entscheidung, diese Situation als Bedrohung oder als Chance sehen.

Wir sprechen viel davon, als Gemeinden relevant zu werden für unser Umfeld. Das würde bedeuten, dass wir den Schnitt der Bevölkerung unsere Region oder zumindest einen Ausschnitt davon widerspiegeln. Und es bedeutet, dass wir unsere Herzen, Häuser und Gemeinden öffnen für Menschen aus anderen Kulturen und lernen, Gemeinde interkulturell zu leben. Tun wir das nicht, dann übersehen wir fast die Hälfte unserer Gesellschaft. Wenn Gemeinden wachsen sollen, dann nur, wenn wir Migranten im Blick haben und uns öffnen für diese Menschen. Also lasst uns Gemeinde neu und interkulturell denken!

Was ist eine interkulturelle Gemeinde?

Es gibt viele Möglichkeiten, interkulturelle Gemeinde zu beschreiben. Wir verwenden diese Definition:

Eine INTERKULTURELLE GEMEINDE ist eine Gemeinschaft von Jüngern, die in ihrer Zusammensetzung die Vielfalt ihres Umfelds widerspiegelt, weil sie aus Christen verschiedener Herkunft, Sprachen und Hintergründe bestehet. In Einheit und aus der Kraft des Evangeliums lebt sie neutestamentliche Gemeinde und genießt ihre Vielfalt, indem sie Gottes Auftrag umsetzt, Jünger zu machen und sich zu multiplizieren.

 

Wir haben das Wort „interkulturell“ anstelle von „multikulturell“ oder „multiethnisch“ gewählt, da sich dieses auf unterschiedliche Kulturen bezieht, die miteinander in Beziehung stehen. Es geht nicht nur darum, eine Gemeinde mit verschiedenen Nationen zu sein, sondern auch darum, dass diese miteinander Gemeinschaft leben. Darüber hinaus bezieht sich der Begriff „interkulturell“ nicht nur auf ethnische Unterschiede, sondern auch auf alle möglichen anderen Kulturen, die in unserer Gesellschaft existieren, wie z. B. soziale Schichten, verschiedene Milieus, Subkulturen usw.

 

Schauen wir genauer hin und sehen wir, welche unterschiedlichen Ebenen eine Kirche aus unterschiedlichen Nationen hat.

Es gibt viele Möglichkeiten, interkulturelle Gemeinde zu beschreiben. Wir verwenden diese Definition:

Eine INTERKULTURELLE GEMEINDE ist eine Gemeinschaft von Jüngern, die in ihrer Zusammensetzung die Vielfalt ihres Umfelds widerspiegelt, weil sie aus Christen verschiedener Herkunft, Sprachen und Hintergründe bestehet. In Einheit und aus der Kraft des Evangeliums lebt sie neutestamentliche Gemeinde und genießt ihre Vielfalt, indem sie Gottes Auftrag umsetzt, Jünger zu machen und sich zu multiplizieren.

Wir haben das Wort „interkulturell“ anstelle von „multikulturell“ oder „multiethnisch“ gewählt, da sich dieses auf unterschiedliche Kulturen bezieht, die miteinander in Beziehung stehen. Es geht nicht nur darum, eine Gemeinde mit verschiedenen Nationen zu sein, sondern auch darum, dass diese miteinander Gemeinschaft leben. Darüber hinaus bezieht sich der Begriff „interkulturell“ nicht nur auf ethnische Unterschiede, sondern auch auf alle möglichen anderen Kulturen, die in unserer Gesellschaft existieren, wie z. B. soziale Schichten, verschiedene Milieus, Subkulturen usw.

 

Schauen wir genauer hin und sehen wir, welche unterschiedlichen Ebenen eine Kirche aus unterschiedlichen Nationen hat.

International. Diese Art Gemeinde könnte man mit einer Suppe vergleichen, da man die Unterschiede zwischen den Kulturen nicht sieht. Sie sind alle gemischt, und obwohl Menschen aus verschiedenen Kulturen willkommen sind, bleibt oft jeder in seiner Kultur.

 

Multikulturell. In dieser Kirche werden Unterschiede zelebriert. Sonntags kannst du beobachten, wie Menschen aus Westafrika die Gebetsnächte leiten. Andere führen ihre Nationaltänze auf. Hier feiern die Kurden im März gemeinsam mit den Iranern ihr Frühlingsfest. Diese Kirche ist vergleichbar mit einem Buffet. Es gibt verschiedene Zutaten, man kann sie einzeln genießen und wertschätzen, vielleicht sogar sein eigenes „Gericht“ daraus zubereiten. Man möchte zusammenstehen, oft bleiben die Kulturen jedoch unter sich.

Interkulturell. Dies ist eine Kirche, in der Menschen bewusst eingeladen sind, ihr Leben zu teilen und ihre kulturellen Scheuklappen abzulegen. Voneinander zu lernen und sich von anderen verändern zu lassen, ist wie ein Salat. Wenn ich eine Orange bin und jemand anderes ein Apfel, bekomme ich etwas vom Geschmack des Apfels und gebe etwas von meinem Geschmack der Orange ab. In dieser Kirche brauchen wir einander sehr. Ohne die anderen bin ich nicht vollständig. Ich möchte ihr Feedback, ich möchte ihre Perspektive hören und ich möchte verstehen, warum sie so denken und sich so verhalten. Das ist nicht ganz einfach, da es viel Kontakt und damit verschiedene Reibungspunkte und Herausforderungen gibt. Deshalb brauchen wir das Öl des Geistes auf diesem Salat, um frisch und vereint zu bleiben. Auf diese Weise lassen wir andere wissen und spüren, dass wir sie brauchen. Sie sind nicht nur willkommen, sondern werden gebraucht.

Wie können wir interkulturelle Gemeinde leben und gründen?

Der Fokus einer interkulturellen Gemeinde liegt auf dem großen Auftrag: Geht hin und macht Jünger aus allen Völkern. Der Fokus liegt auf den Menschen, die noch nicht zu Gottes Reich gehören. In missionalen Gemeinschaften (Zellgruppen, Kleingruppen) beten und arbeiten wir dafür, diese Menschen zu erreichen, Beziehungen zu ihnen zu bauen und ihnen Jesus vorzuleben und zu verkündigen. Dabei geht es uns bewusst darum, nicht Menschen aus einer Kultur, Nation oder sozialen Schicht zu erreichen, sondern dass viele verschiedene Teile der Gesellschaft erreicht und vom Evangelium beeinflusst werden. Das Reich Gottes ist für jeden Teil der Gesellschaft da!

 

Manchmal sagen Menschen in interkulturellen Gemeinden, wir sollten unsere Kulturen hinter uns lassen und eine gemeinsame neue Kultur des Reiches Gottes gestalten. Das klingt biblisch, aber in Wirklichkeit funktioniert es nicht so. Das Reich Gottes manifestiert sich immer in verschiedenen Kulturen, und es gibt keine für alle gleich gültige Kultur des Reiches Gottes. Es gibt zwar Werte und Prinzipien des Reiches Gottes, aber sie können in den verschiedenen Kulturen unterschiedlich aussehen. Die Bibel selbst ist im Kontext verschiedener nahöstlicher Kulturen vor 4000–2000 Jahren verfasst worden. Das schmälert ihre Autorität und Relevanz für uns heute nicht, sondern zeigt, dass wir sie im Kontext ihrer Entstehung verstehen sollten. In jeder Zeit und Kultur müssen die ewigen Prinzipien Gottes neu in den jeweiligen Kontext übertragen werden.

Der Autor

Theo Visser ist Project Coordinator von M4 Intercultural im Rahmen von M4 Europe, einem Netzwerk für Gemeindegründung, was mittlerweile in 16 europäischen Ländern aktiv ist. Zusammen mit seiner Frau Rieneke hat er 2005 Intercultural Church Plants in Holland gegründet mit dem Ziel, interkulturelle Gemeindegründung in Holland und seit 2017 auch in anderen europäischen Ländern zu unterstützen.

Er ist Autor des Buches „Interkulturelle Gemeinschaften gründen“ was seit April 2025 in Deutsch erhältlich ist. Dieses Buch geht zurück auf den Ursprung und den Kern von Gemeinde aus Apostelgeschichte 2: Lehre, Gemeinschaft, Gebet und gemeinsames Essen in kleinen Gruppen in den Häusern. Der Autor möchte ermutigen, diese einfache und lebendige Art von Gemeinde neu zu entdecken und auszuprobieren.

Das Buch beschreibt in vier Schritten, wie du eine interkulturelle missionale Gemeinschaft starten kannst, aus der später eine Gemeinde entsteht. Anhand des Bildes von der Besteigung eines Berges werden die einzelnen Schritte einfach und praktisch erklärt. Für jede Phase bietet das Buch inspirierende Gedanken, praktische Hilfsmittel und relevante Erfahrungen.

Das Buch ist als Print- Version (10€ incl. Versand) und als eBook (5€) hier erhältlich:

Ja! Ich will das Jüngermacher-Trainingsbuch.

Kosten: 22 € pro Buch (inkl. Versand)

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