JÜNGERSCHAFT IN EINEM WORT
Dieser Artikel wurde aus dem Englischen übertragen und stammt von dem Rooted Network USA.
Der Abschluss des Matthäusevangeliums ist nicht einfach nur ein typisches Buchende. Diese letzten Verse sind der Auftrag, der uns als Christen und Kirche von Jesus gegeben ist bis zu dem Tag, an dem er wiederkommt:
„Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus für die Begegnung mit ihnen bestimmt hatte. Bei seinem Anblick warfen sie sich vor ihm nieder; allerdings hatten einige noch Zweifel. Jesus trat auf sie zu und sagte: »Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt.«“ (Matthäus 28:16-20)
LICHT INS DUNKEL
Wenn ich mich frage, was Gottes Wille für mein Leben ist, dann sind diese Verse eine Antwort, auf die ich immer wieder zurückgreifen kann.
Was will Gott, dass ich tue? Er möchte, dass ich losgehe und Jünger mache! Genau so, wie er es gesagt hat.
Und was will Gott, dass wir als Kirche tun? Macht Jünger! Genau so, wie er es gesagt hat.
Es ist daher kein Wunder, dass die letzten 2.000 Jahre mit verschiedensten Ideen, Ansätzen, Analysen, Systemen und Methoden rund um diesen Auftrag gefüllt waren. Über das Thema Jüngerschaft ist schon unglaublich viel geschrieben worden – und doch wird es noch mehr werden. Und das muss auch so sein, denn das ist der eine große Auftrag, den Gott uns gegeben hat: Macht Jünger!
In die Menge der schon vorhandenen Gedanken, Ideen und Methoden für Jüngerschaft möchten wir ein weiteres Wort werfen, das uns helfen wird, nicht nur die Idee, sondern auch die Methode des großen Auftrags Jesu an uns zu verstehen:
ERLEUCHTUNG
Irgendwie klingt das Wort ziemlich mystisch, oder? Aber im Zusammenhang mit Jüngerschaft ist daran überhaupt nichts wirklich Geheimnisvolles. Vielleicht wird das deutlich, wenn wir zum lateinischen Ursprung des Wortes zurückgehen:
ILLUMINATE
„Iluminate“ bedeutet so viel wie sichtbar/ klar machen; etwas durch Anstrahlen von Licht sichtbar oder hell machen; etwas zur Aufklärung bringen.
In gewissem Sinne ist es genau das, was wir wirklich tun, wenn wir jemand anderen zum Jünger machen. Wir bringen Licht ins Dunkel und erhellen oder erklären das Werk, das Gott bereits in dieser Person tut. Um noch einen Schritt weiterzugehen und zu verstehen, warum dieses Wort so gut passt, müssen wir uns einige Prinzipien von Jüngerschaft anschauen:
Prinzip 1: Gott ist ständig in seinen Kindern am Werk.
Römer 8,28 erinnert uns daran, dass Gott alle Dinge zum Besten wirkt für die, die ihn lieben. Wir neigen dazu, das „Wirken“ in diesem Vers als umstandsbedingt zu betrachten – das heißt, Gott gestaltet die Umstände um uns herum – auch die schmerzhaften – zu unserem Besten und macht uns Jesus ähnlicher. Aber Gott ist nicht nur um uns herum am Werk; er ist in uns am Werk. Das bringt uns zu Prinzip 2…
Prinzip 2: Wir sind oft blind für Gottes langsames, aber stetiges Wirken.
Obwohl Gott in uns am Werk ist, sind wir uns dessen oft nicht bewusst, weil es schrittweise geschieht. Es ist langsam. Aber es ist stabil. Doch aufgrund seiner Langsamkeit können wir es oft selbst nicht sehen. Aus unserer Sicht haben wir mit den gleichen Problemen zu kämpfen und scheinen uns in unserem geistlichen Wachstum auf der Stelle zu drehen, statt voran zu kommen.
Prinzip 3: Wir brauchen andere, die uns auf die Arbeit Gottes in uns hinweisen.
Weil wir blind für Gottes Wirken in uns sind, brauchen wir andere, die eingreifen und uns etwas zeigen, was wir selbst nicht sehen können. Wir brauchen Menschen mit einer Außenperspektive, die konkret und regelmäßig darauf hinweisen, was Gott ihrer Meinung nach in unserem Leben tut, um uns Jesus ähnlicher zu machen. Wenn das geschieht, werden unsere Entschlossenheit, unser Glaube und unsere Ausdauer gestärkt, weil wir erkennen, dass wir tatsächlich Fortschritte machen.
Das ist die Arbeit der Erleuchtung. Das ist das Werk der Jüngerschaft. Es geht nicht darum, dass wir Menschen dazu bringen, in Christus zu wachsen – wie könnten wir? Wir können dieses Wachstum nicht einmal in uns selbst bewirken, geschweige denn in jemand anderem. Was wir jedoch tun können, ist, das Wirken Gottes im Leben eines anderen zu bezeugen, sichtbar zu machen und leuchten zu lassen.
Wenn wir Jüngerschaft auf diese Weise sehen, wird der Prozess weniger geheimnisvoll. Darüber hinaus hilft es uns zu erkennen, dass jeder – wirklich jeder – einen anderen zum Jünger machen kann. Wir alle können einander helfen, das Werk Gottes in uns und durch uns zu erkennen und anzunehmen, und so gemeinsam Christus ähnlicher zu werden. Bei der Jüngerschaft geht es darum, etwas sichtbar zu machen, was Gott tut. Und jeder von uns kann helfen, Gottes Wirken ans Licht zu bringen.