DIE KIRCHE DER ZUKUNFT IST VERNETZT
In einem afrikanischen Sprichwort heißt es: „Wenn du schnell gehen willst, dann gehe allein. Wenn du weit gehen willst, gehe mit anderen.” Die Zukunft der Kirche liegt darin, sich miteinander zu vernetzen, um ihre Ressourcen zu bündeln und voneinander zu profitieren.
Die meisten Kirchen und Gemeindegründungen gehören formal einer Denomination bzw. einem Verband (Freikirchen) oder einer Konfession (Ev. Kirche) an. Gleichzeitig erleben wir, dass neben den etablierten Denominationen neue Netzwerke entstehen aus Gemeinden, Verbänden, Organisationen, Ministries oder Einzelpersonen, in deren Kern ein gemeinsames Anliegen steht, was die einzelnen Partner verbindet. Dies kann ein Anliegen für geistlichen Aufbruch in einer bestimmten Region oder auch ein gemeinsames Thema (z.B. Gemeindegründung, Jüngerschaft, Gebet etc.) sein. Und immer auch geht es um persönliche Beziehungen. Netzwerke sind „friends on mission“.
Gehen - Lieben - Gemeinsam
Wir sind herausgefordert, unseren Auftrag, den uns Jesus in Mt. 28 gibt, zu erfüllen. Unser Wort dafür ist Geht! Wir haben auch verstanden, dass Gehen allein nicht ausreicht, sondern dass wir die Aufgabe haben, Menschen mit der Liebe Gottes zu lieben. Als Geht!- Liebt! Und trotzdem ist Jesus Auftrag noch nicht vollständig. Kurz bevor Jesus die Erde verlassen hat, erinnert er seine engsten Freunde an ihren Auftrag und ergänzt das Bild mit einem dritten Kreis:
„…damit sie eins sind, so wie wir eins sind. Ich in ihnen und du in mir – so sollen sie zur völligen Einheit gelangen, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und dass sie von dir geliebt sind, wie ich von dir geliebt bin.“ Joh. 17,22-23
Hingehen ist wichtig! Lieben ist wichtig! Aber wir gehen und lieben nie allein, sondern Gemeinsam.
Netzwerke entstehen, weil wir verstanden haben, dass wir unseren Auftrag für diese Welt nur gemeinsam erfüllen können. Jesus sendet nicht jede Gemeinde allein in die Welt, denn gemeinsam sind wir stärker. In der gegenseitigen Ergänzung können wir Dinge tun, die allein nicht möglich wären. Netzwerke sind also kein Selbstzweck. Sie dienen einem Ziel, „damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und dass sie von dir geliebt sind, wie ich von dir geliebt bin.“ (Joh. 17,23) und dass Gottes Reich wächst.
In einem Netzwerk helfen und unterstützen sich die Partner, beten füreinander, teilen Ressourcen und Erfahrungen, lernen voneinander und inspirieren sich gegenseitig.
Vorteile eines Netzwerkes:
- Eine gemeinsame Vision: In einem Netzwerk träumen alle GEMEINSAM einen großen Traum und bestärken sich gegenseitig, diesen Traum Realität werden zu lassen.
- Beziehung leben: In einem Netzwerk ist man GEMEINSAM unterwegs. Die einzelnen Personen und Organisationen unterstützen & ermutigen sich gegenseitig in geistlichen und praktischen Dingen.
- Jeder investiert etwas: Netzwerke tragen Risiko und Verantwortung GEMEINSAM. Wenn jeder etwas investiert, können neue Projekte gesünder wachsen und Visionen werden Realität.
- Bessere Ergebnisse: GEMEINSAM erreichet ein Netzwerk Ziele, die einzelnen allein unmöglich wären.
- Reich Gottes: GEMEINSAM fokussiert sich ein Netzwerk auf Jesus und auf seinen Auftrag für uns.
In Zukunft wird nicht mehr jede Kirche oder Organisation jedes Angebot selbst stemmen. Jede Kirche hat bestimmte Kernkompetenzen, die sie einbringt und anderen zur Verfügung stellt, während sie selbst Kompetenzen Anderer nutzt, statt alles selbst zu machen. Wir sehen die Kirche als weltweiten Leib Christi, der sich gegenseitig unterstützt und aufbaut und mit Erfahrungen und Ressourcen großzügig umgeht. Wir suchen nach Vernetzungen, die eine Win/Win- Lösung für jede Seite ist- wir profitieren von dem, was andere geben und sind selbst bereit, zu investieren.
Paulus schreibt dazu an die Epheser: „Setzt alles daran, die Einheit zu bewahren, die Gottes Geist euch geschenkt hat; sein Frieden ist das Band, das euch zusammenhält. Mit »Einheit« meine ich dies: ein Leib, ein Geist und genauso auch eine Hoffnung, die euch gegeben wurde, als Gottes Ruf an euch erging; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater von uns allen, der über alle regiert, durch alle wirkt und in allen lebt.“ (Eph. 4,3-6)
Wo entdeckst du bei dir/ in deinem Gemeindeumfeld ein Konkurrenzdenken und was könnte passieren, wenn stattdessen Ressourcen gebündelt werden können?
Wo entstehen in deinem/ euren Umfeld gerade Netzwerke und wie könnt ihr Teil davon werden? Was könnt ihr richtig gut und wo braucht ihr Unterstützung?
Was kannst du/ könnt ihr als Gemeinde für die Einheit der Christen an einem Ort oder in einer Region tun?