WIE KANNST DU NÄCHSTE WOCHE EINE KIRCHE GRÜNDEN?
Dieser Artikel stammt von Dave Ferguson (Pastor der Community Christian Church Chicago und Gründer von Exponential) und ist im Original auf Englisch unter dem Titel „A Church You Could Start Next Week“ erschienen. Wir haben ihn mit freundlicher Genehmigung von Exponential Europe übersetzt.
Was wäre, wenn die Gründung einer neuen Gemeinde so einfach wäre, dass du schon nächste Woche damit beginnen könntest? Kein Gebäude. Kein Budget. Keine Angestellten. Keine teure Soundanlage. Keine Lobpreisband. Keine Predigtvorbereitung. Du bräuchtest nicht einmal eine Website oder einen Insta- Account. Was wäre, wenn du nur ein paar Leute finden müsstest, die bereit sind, Jesus gemeinsam nachzufolgen, dazu etwas zu Essen und eure Bibeln?
Was wäre, wenn nicht nur du nächste Woche eine Gemeinde gründen könntest, sondern wenn fast jeder Jesus-Nachfolger dazu in der Lage wäre? Wäre das nicht ein Gamechanger für die Mission Jesu?
Als wir die COMMUNITY CHRISTIAN CHURCH vor über 30 Jahren gegründet haben, hatten wir fünf Vollzeitmitarbeiter und ein Budget im sechsstelligen Bereich. Ich bin dieser Gemeinde und allem, was Gott durch sie bewirkt hat, unendlich dankbar. Doch hier liegt das Problem: Dieses Modell ist weder einfach noch reproduzierbar und auch nicht ohne Weiteres bezahlbar.
Ich verbringe viel Zeit mit Gemeindegründern aus fast allen Denominationen weltweit und von den größten Gemeindegründungsnetzwerken in den USA. Fast jeder beschäftigt sich mit derselben Frage:
Gibt es einen einfacheren, besser reproduzierbaren und kostengünstigeren Weg, neue Gemeinden zu gründen?
Ich glaube, dass es diesen Weg gibt!
Ich behaupte nicht, dass die folgenden Gedanken DIE Antwort sind. Aber ich frage mich, ob es eine Antwort sein könnte – oder vielleicht der Anfang einer solchen.
Ich denke dabei an eine Gemeinde, die so unkompliziert ist, dass fast jeder Nachfolger Jesu sie nächste Woche gründen könnte. (Und wenn dir deine Ekklesiologie nicht erlaubt, sie als Gemeinde zu bezeichnen, ist das völlig in Ordnung. Nenne es einfach missionale Gemeinschaft, Microchurch, Zellgruppe oder multiplikative Kleingruppe. Ich überlasse dir die Entscheidung!)
Aber ich würde mich freuen, wenn es einige von euch ausprobieren würden. Und dann lasst uns unsere Erfahrungen austauschen. Lasst uns herausfinden, was funktioniert, was nicht und was verbessert werden muss. Sagt mir, wo ich etwas übersehe. Erklärt mir, warum es funktionieren könnte – oder warum es nicht funktionieren wird.
Denn vielleicht beginnt die Gründung einer Gemeinde nicht immer mit theologisch ausgebildeten Mitarbeitern, viel Geld und einem umfangreichen Gemeindeprogramm. Vielleicht beginnt sie damit, einfach um einen Tisch zu sitzen?
Darf ich dir die T.A.B.L.E.- Church vorstellen?
Also, wie könnte eine Do-it-yourself- Kirche aussehen?
Ich nenne es die T.A.B.L.E.- Church, weil alles, was ich beschreibe, an einem Tisch stattfinden kann. Das kann ein einzelner Tisch bei dir zu Hause sein oder auch ein paar Dutzend runde Tische in einem Veranstaltungsraum. Es können zwölf Menschen in einem Wohnzimmer oder auch Hunderte von Menschen in einer Halle sein.
Es ist so einfach, dass es fast jeder leiten kann, so preiswert, dass es sich fast jeder leisten kann, und so gut reproduzierbar, dass man es ein paar Mal miterlebt und dann selbst damit starten kann.
T.A.B.L.E. ist ein Akronym fünf einfache Praktiken:
T – Together: Gemeinsam essen.
A – Ask: Höhen und Tiefen.
B – Bibel: Auf die Bibel hören.
L – Live it: Gottes Wort entdecken und befolgen.
E – Empty Chair: Liebe deinen Nächsten.
Das ist alles. Fünf einfache Praktiken, die zusammen das Wort T.A.B.L.E. ergeben. Kein komplizierter Kurs. Keine aufwendige Vorbereitung. Keine Experten erforderlich. Und du kannst diese 5 einfachen Praktiken bei jedem Treffen von neuem anwenden.
Und so könnte die T.A.B.L.E. Church konkret funktionieren…
T — Together (Gemeinsam)
Gemeinsam essen.
Das Erste, was man in einer T.A.B.L.E. Church tut, ist ziemlich einfach: Man setzt sich zusammen und isst.
Essen war schon immer Teil der Jesusbewegung. Jesus hat ständig mit anderen Menschen gegessen: mit seinen Jüngern, mit den religiösen Führern und sogar mit Menschen, von denen die Pharisäer meinten, er solle nicht mit ihnen essen!
Einige der wichtigsten Gespräche Jesu fanden um einen Tisch statt.
Und als dann die erste Kirche entstand, sehen wir dasselbe. Die Apostelgeschichte berichtet: „Außerdem trafen sie sich täglich in ihren Häusern, um miteinander zu essen und das Mahl des Herrn zu feiern, und ihre Zusammenkünfte waren von überschwänglicher Freude und aufrichtiger Herzlichkeit geprägt.“ (Apg. 2,46) Die ersten Nachfolger Jesu beteten nicht nur gemeinsam, sondern aßen auch zusammen.
Warum? Weil gemeinsames Essen Beziehungen verändern kann. Denk mal darüber nach: Man kann jahrelang im Gottesdienst neben jemandem sitzen und ihn kaum kennen. Aber wenn du dieselbe Person zu dir nach Hause einlädst, wenn ihr gemeinsam um einen Tisch sitzt, euch das Essen reicht und Geschichten aus eurem Leben erzählt- dann verändert sich etwas.
Ein gemeinsames Essen ist vielleicht der schnellste Weg, eine Bekanntschaft in eine Freundschaft zu verwandeln.
So beginnt die T.A.B.L.E. Church. Und hier sind ein paar konkrete Hinweise zur Umsetzung:
In der ersten Woche kümmert sich der Gastgeber ums Essen. Mach es dir nicht kompliziert. Koche etwas einfaches. Bestell Pizza. Hol Tacos. Es geht nicht darum, mit deinen Kochkünsten zu beeindrucken, sondern darum, alle an einen Tisch zu bringen.
Ab der zweiten Woche kann dann jeder etwas mitbringen. Eine einfache Liste, auf der sich jeder eintragen kann, genügt. Jede Woche übernimmt eine Person, ein Paar oder eine Familie das Hauptgericht. Die Verantwortung wird abwechselnd übernommen, sodass jeder mal dran ist. Alle anderen bringen Beilagen, Salate, Getränke oder Desserts mit. Niemand muss alles allein machen. Jeder beteiligt sich daran.
A — Ask (Fragen)
Höhen und Tiefen.
Du brauchst keinen unglaublich kreativen Icebreaker. Du brauchst auch keine Austauschkarten. Stell einfach jede Woche diese beiden Fragen:
„Was war dein Highlight der Woche?“
„Was war dein Tiefpunkt der Woche?“
Reihum hat jeder an dem Tisch die Möglichkeit, kurz seine Gedanken mitzuteilen. Das ist alles.
Jemand erzählt vielleicht, sein Höhepunkt sei das Fußballspiel seines Kindes gewesen, sein Tiefpunkt ein schwieriges Gespräch im Job. Jemand anderes feiert einen Durchbruch, während ein weiterer ehrlich darüber redet, gerade eine schwere Zeit durchzumachen. Manche Antworten werden lustig sein, manche schmerzhaft. Doch Woche für Woche geschieht etwas: Man lernt einander immer besser kennen. Und dieses Kennenlernen ist das Herzstück einer echten Gemeinschaft.
Dann betet ihr einfach für das, was ihr gerade gehört habt. Dankt Gott für die Höhen. Betet für die Tiefen. Freut euch über das, was gefeiert werden muss. Bittet Gott um Hilfe, wo Menschen Hilfe brauchen.
So einfach ist das.
Und noch bevor jemand eine Predigt oder einen Input weitergegeben hat, ist bereits so viel passiert! Ihr habt gemeinsam gegessen. Ihr habt euer Leben miteinander geteilt. Ihr habt einander zugehört. Ihr habt gemeinsam gefeiert. Ihr habt einander die Lasten getragen. Und ihr habt füreinander gebetet.
Das ist ein ziemlich guter Start für eine Kirche, denkst du nicht?
B — Bibel
Hört auf die Bibel.
Nach dem Essen und den Höhen und Tiefen des Tages lesen wir aus der Bibel. Das machen wir ganz einfach. Ziel ist es, dass jeder in eurer T.A.B.L.E. Church die Gewohnheit entwickelt, regelmäßig durch das Lesen der Heilige Schrift auf Gott zu hören. Das öffentliche Vorlesen der Schrift ist seit jeher üblich. Deshalb schrieb Paulus an Timotheus: „Widme dich bis zu meinem Kommen mit ganzer Kraft dem Vorlesen der Heiligen Schrift, dem Ermahnen und Ermutigen der Gläubigen und dem Lehren.“ (1. Tim. 4,13)
Wenn du die gesamte Bibel in einem Jahr lesen oder anhören möchtest, benötigst du etwa 20 Minuten pro Tag. Ermutige daher alle Mitglieder deiner T.A.B.L.E. Church, denselben Bibelleseplan zu befolgen und täglich etwa 20 Minuten mit dem Lesen oder Hören der Heiligen Schrift zu verbringen. Und das ist die gute Nachricht: Wenn sich deine T.A.B.L.E. Church wöchentlich trifft, werdet ihr an einem dieser Tage gemeinsam die Bibel hören.
Aber sei nicht zu gesetzlich dabei! Manche werden einzelne Tage auslassen. Andere werden den Anschluss verlieren. Einige kennen die Bibel vielleicht noch gar nicht und haben vorher noch nie regelmäßig in der Heiligen Schrift gelesen. Das ist in Ordnung. Wir wollen eine lebensspendende Gewohnheit entwickeln, keine weitere religiöse Pflicht schaffen.
Warum ist das wichtig?
In meinem neuen Buch „Multiplier“ habe ich über einige faszinierende Forschungsergebnisse geschrieben. Eine umfangreiche Studie zum Bibellesen kam zu einem Ergebnis, welches die Forscher beinahe als einen Durchbruch bezeichneten. Einmal wöchentlich Bibellesen zeigte kaum Wirkung. Auch zwei oder drei Tage brachten erstaunlich wenig Unterschied. Doch ab vier Tagen pro Woche geschah etwas Entscheidendes.
Bei Personen, die sich „4 oder mehr“ Tage pro Woche mit der Heiligen Schrift auseinandersetzen, war:
…die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihren Glauben teilen, ist um 228 % höher.
…die Wahrscheinlichkeit, Bibelverse auswendig zu lernen, ist um 407 % höher.
…die Wahrscheinlichkeit, Pornografie anzusehen, ist um 59 % geringer.
…die Wahrscheinlichkeit, unter Einsamkeit, Depressionen oder Angstzuständen zu leiden, ist um 30 % geringer.
Es scheint eine große Bedeutung zu haben, Gottes Wort regelmäßig ins Leben zu integrieren. Merk dir einfach: „vier oder mehr“ (Tage pro Woche)! Die T.A.B.L.E. Church möchte jeden dabei unterstützen, indem wir einen dieser vier Tage pro Woche gemeinsam lesen.
Also holt eure Bibeln oder Handys raus, öffnet eure Bibel-App und hört oder lest gemeinsam etwa 20 Minuten lang den Bibeltext für den Tag. Achtet darauf, dass alle gleichzeitig denselben Abschnitt hören oder lesen.
Und jetzt denk einmal darüber nach, was wir gerade tun. Wir helfen Menschen dabei, sich regelmäßig mit der Heiligen Schrift auseinanderzusetzen. Und vielleicht am wichtigsten: Bevor wir über Gottes Wort sprechen, lassen wir Gottes Wort einfach zu uns sprechen.
L — Live it (Lebe es)
Entdecke und befolge Gottes Wort.
Wir haben gemeinsam gegessen. Wir haben unsere Freuden und Sorgen miteinander geteilt und füreinander gebetet. Und wir haben Zeit damit verbracht, Gottes Wort zu hören. Nun stellt sich die wichtigste Frage: Was werden wir mit dem anfangen, was wir gerade gehört haben?
Für diesen Teil der T.A.B.L.E. Church werden wir ein bewährtes und bemerkenswert einfaches Werkzeug namens Entdeckerbibelstudium (engl: Discovery Bible Study DBS) verwenden.
Die Methode des Entdeckerbibelstudiums wird weltweit in Jüngerschafts- und Gemeindegründungsbewegungen eingesetzt, weil es keinen begabten Lehrer erfordert. Stattdessen hilft sie ganz gewöhnlichen Menschen, Gottes Botschaft in der Heiligen Schrift zu entdecken und darauf zu reagieren.
Nachdem ihr den Bibeltext gehört habt, könnt ihr diese Fragen zum Bibelstudium gemeinsam durchgehen:
Was sagt dieser Text? Versuche, es in deinen eigenen Worten wiederzugeben.
Was sagt uns dieser Text über Gott? Was lehrt er uns über die Menschen?
Wenn es Gottes Wort ist, was wirst du als Reaktion auf das Gehörte tun?
Mit wem wirst du das, was du diese Woche gelernt hast, teilen?
Das ist das Entdeckerbibelstudium.
Und jetzt gib darauf acht, was wir tun. Wir hören keine Predigt. Wir fragen nicht: „Wer kennt sich am besten mit dieser Bibelstelle aus?“ Wir bitten nicht den Leiter, alles zu erklären. Und wir versuchen ganz sicher nicht, uns gegenseitig mit unserem Bibelwissen zu beeindrucken. Wir bitten jeden, einfach auf Gott zu hören und seinem Wort zu folgen.
Jesus hat Nachfolge stets mit Gehorsam verbunden. Er sagte: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.“ (Joh. 14,15) und „Darum gleicht jeder, der meine Worte hört und danach handelt, einem klugen Mann, der sein Haus auf felsigen Grund baut.“ (Mt. 7,24). Am Ende des Missionsbefehls forderte Jesus uns nicht einfach auf, die Menschen alles zu lehren, was er geboten hatte. Er forderte uns auf, sie zu lehren, „alles zu befolgen, was ich euch geboten habe“ (Mt. 28,20).
Deshalb steht das L in T.A.B.L.E. für „Lebe es“.
Wir wollen uns kein Publikum schaffen, welches von einem einzigen herausragenden Prediger abhängig ist. Wir wollen vielmehr Menschen ausbilden, die andere zu Jüngern machen, die Gottes Stimme hören, seinen Anweisungen folgen und anderen dabei helfen, dasselbe zu tun.
E — Empty Chair (Leerer Stuhl)
Liebe für deinen Nächsten.
Eines wünsche ich mir für jede T.A.B.L.E. Church jedes Mal, wenn sie sich trifft: einen leeren Stuhl. Stellt diesen zusätzlichen Stuhl nicht weg. Belegt ihn nicht mit Mänteln. Lasst ihn einfach am Tisch stehen.
Warum? Weil der leere Stuhl uns daran erinnert, dass es Menschen gibt, die noch nicht mit an unserem Tisch sitzen.
Eine T.A.B.L.E. Church soll mehr sein als ein gemütlicher Kreis christlicher Freunde, die gemeinsam essen, ihr Leben teilen und die Bibel studieren. Das ist alles gut und schön; aber Jesus sendet seine Nachfolger aus und gibt ihnen einen Auftrag. Deshalb erinnert uns der leere Stuhl jede Woche daran, hinauszuschauen über die Leute an unserem Tisch auf die Menschen in unserem Umfeld, die fern von Gott sind- unsere Nachbarn, Arbeitskollegen, Teamkameraden und Leute, mit denen wir ein Hobby teilen.
In eurer T.A.B.L.E. Church lasst ihr immer einen leeren Stuhl stehen, symbolisch für einen Nachbarn, von dem ihr hofft, dass er eines Tages mit am Tisch sitzt. Als letzten Punkt in eurem Treffen sprecht ihr dann über diese Nachbarn und fragt euch: „Wen habt ihr diese Woche geS.E.G.N.E.t?“
Hier möchte ich gern auf das Buch S.E.G.N.E.: 5 Wege, wie wir unseren Nächsten im Alltag lieben und die Welt verändern können hinweisen:
S.E.G.N.E. steht für fünf Prinzipien, die du jeden Tag leben kannst, um deinen Nächsten zu lieben:
S: Starte mit Gebet
E: Erst zuhören
G: Gutes Essen
N: Nächstenliebe
E: Erzähle deine Geschichte
Das ist alles. Fragt euch einfach: „Wen haben wir in der vergangenen Woche geS.E.G.N.E.t?“ Für wen beten wir? Wem hören wir zu? Mit wem essen wir? Wem helfen wir? Mit wem teilen wir unsere Geschichte? S.E.G.N.E. zeigt ganz normalen Jesus-Nachfolgern fünf einfache Wege auf, ihre Nächsten zu lieben und ihnen dabei zu helfen, Gottes Liebe zu entdecken. Lasst Menschen ihre Geschichten erzählen. Feiert die kleinsten Fortschritte. Tauscht euch aus über die Menschen, von denen ihr euch wünscht, dass sie eines Tages auf diesem leeren Stuhl sitzen. Betet namentlich für jeden von ihnen.
Und dann erlebe mit, wie die Person, für die du gebetet, der du zugehört, mit der du gegessen, der du gedient und die du geliebt hast, tatsächlich auf diesem leeren Stuhl Platz nimmt.
Und wenn das passiert? Stellt einfach einen weiteren leeren Stuhl dazu.
Noch etwas: Mach es nie allein!
Es gibt noch etwas, das nicht Teil des Akronyms T.A.B.L.E. ist. Aber ohne das wird es nicht gehen. Jede T.A.B.L.E. Church benötigt mindestens einen Trainee- Leiter, eine Art Lehrling.
Wenn du einen T.A.B.L.E. leitest, dann mach das nie allein. Lade von Anfang an jemanden ein, dich dabei zu unterstützen. Lass diese Person das Essen planen. Lass sie den Einstieg High- Low moderieren. Lass sie die Gebetszeit, das Entdeckerbibelstudium oder den Austausch über unsere Nächsten leiten. Gib ihnen nicht einfach nur Aufgaben. Gib ihnen Verantwortung! Warum?
Denn eine T.A.B.L.E. Church ist nicht erfolgreich, weil sie größer wird. Sie ist erfolgreich, wenn sie einen weiteren Tisch deckt.
Unser Tisch soll nicht immer länger werden. Wir arbeiten daran, unseren Tisch zu multiplizieren, so dass viele neue Tische entstehen.
Könnte das funktionieren?
Kehren wir zu unserem Ausgangspunkt zurück. Ich stehe mehrmals im Jahr mit Leitern von Kirchen aus fast allen Denominationen und den meisten großen Gemeindegründungsnetzwerken des Landes in Kontakt. Alle stellen sich dieselbe Frage:
Gibt es einen einfacheren, besser reproduzierbaren und kostengünstigeren Weg, neue Gemeinden zu gründen?
Ich weiß nicht, ob eine T.A.B.L.E. Church die Antwort ist. Aber ich frage mich, ob sie eine Antwort sein könnte – oder der Anfang davon. Lassen wir es einfach mal durch die drei Filter laufen, über die wir gemeinsam nachgedacht haben:
Ist es einfach?
Ich denke schon. Essen. Fragen stellen. Die Heilige Schrift hören. Ihr gehorchen. Andere S.E.G.N.E.n.
Ist es reproduzierbar?
Es sollte so sein. Es muss keine Predigt vorbereitet, kein Kurs gekauft, kein Gebäude gefunden und kein großes Budget aufgebracht werden. Und jeder Leiter bildet bewusst den Leiter für einen neuen Tisch aus.
Ist das übertragbar?
Das möchte ich herausfinden. Würde jemand nach ein paar Besuchen in einer T.A.B.L.E. Church sagen: „Oh, das könnte ich auch“?
Vielleicht. Ideen klingen oft toll. Die Frage ist nur: Funktioniert es auch wirklich… an einem echten Tisch? Deshalb brauche ich eure Hilfe. Ich freue mich über euer Feedback. Ihr könnt mir helfen, indem ihr einen Kommentar hinterlasst und diese Fragen beantwortet…
Noch etwas: Mach es nie allein!
- Wo liegen die Schwächen dieser Idee?
- Was habe ich übersehen?
- Gibt es etwas Wesentliches, das für das Dasein als Kirche entscheidend ist und was die T.A.B.L.E. CHURCH auslässt?
- Würde so etwas in deinem Kontext funktionieren? Warum? Warum nicht?
- Was würdest du ändern, ohne es komplizierter zu machen?
- Könnte ein gewöhnlicher Nachfolger Jesu so etwas wirklich leiten? Was würde ihn daran hindern? Welche Chance liegt darin?
- Könnte jemand, der als Christ gerade am Anfang des Glaubens steht, irgendwann einmal eine solche Gruppe leiten?
- Könnte das auch mit deinen Nachbarn funktionieren? Mit Kollegen? Mit Studenten? Mit jungen Familien? Mit Rentnern? Mit Menschen, die den Glauben entdecken wollen?
Und hier ist die Frage, die mich am meisten interessiert:
Wäre jemand von euch bereit, es auszuprobieren?
Lass uns jetzt nicht nur theoretisch darüber nachdenken! Lass uns stattdessen tatsächlich Essen auf den Tisch bringen, ein paar Leute einladen, einen Stuhl freilassen, einen „Lehrling“ an die Seite holen und T.A.B.L.E. eine Chance geben! Lass es uns einfach mal ausprobieren! Und vielleicht bleibt es nicht bei einem einzigen Tisch; vielleicht kennt ihr mehrere Leute, die einen Tisch starten könnten, und ihr beginnt mit vielen Tischen in unterschiedlichen Häusern. Oder in einem großen Raum voller runder Tische. Wie wäre es, wenn ihr es vier Wochen lang versucht? Oder acht? Und dann kommt zurück und berichtet uns, was passiert ist. Erzählt uns, was funktioniert hat. Was nicht funktioniert hat. Was ihr geändert habt. Was euch überrascht hat.
Vielleicht stellen wir fest, dass es nicht funktioniert. Vielleicht merken wir, dass Teile davon klappen, während andere angepasst werden müssen. Oder vielleicht entdecken wir, dass wir etwas zu Kompliziertes daraus gemacht haben, obwohl es eigentlich viel einfacher sein könnte.
Denn die Zukunft der Gemeindegründung darf nicht nur einer kleinen Elite vorbehalten sein; es muss darum gehen, ganz normalen Nachfolgern Jesu zu helfen, dass sie erkennen: „Ich kann einen T.A.B.L.E. auf die Beine stellen.“
Also: Was denkst du? Könnte das funktionieren?